Immobilie auf eigene Faust verkaufen? Wann sollten Sie es wagen?

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Der Beruf des Immobilienmaklers ist mit vielen interessanten Vorurteilen behaftet. Genau deshalb bekomme ich auch oft die Frage gestellt, ob man seine Immobilie nicht einfach auf eigene Faust verkaufen kann.

Meine Antwort ist dann immer: Selbstverständlich können Sie Ihre Immobilie auf eigene Faust verkaufen! Wichtig ist dann, dass Sie die dafür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen. Auf diese möchte ich in diesem Beitrag einmal eingehen.

Der Ablauf des Verkaufs

Zu aller erst sollten Sie natürlich wissen, wie der richtige Ablauf eines Immobilienverkaufs ist, sodass Sie Ihre Immobilie ohne Reibungsverluste und in einem angemessenen Zeitraum verkauft bekommen.

Hier ist eben wichtig zu verstehen, dass es nicht so ist, dass Sie die Immobilie einfach ins Internet stellen, ein Käufer meldet sich, und ab geht’s zum Notar und alle sind mit Sicherheit langfristig glücklich. Sondern hier hängt sowohl vom zeitlichen Aufwand als auch von Aufgaben, die bewältigt werden müssen, ein riesiger Apparat hinter.

Die richtige Maktkpreisermittlung

Die Basis des erfolgreichen Verkaufs stellt natürlich die richtige Marktpreisermittlung dar. Daher sollten Sie sich wirklich sicher fühlen, den Marktpreis Ihrer Immobilie professionell ermitteln zu können, sodass Sie eben keine Verluste einfahren.

Denn wenn Sie den Kaufpreis zu hoch ansetzen, kann es sein, dass Sie keinen Käufer finden, oder extrem lange brauchen, um jemanden zu finden. Und wenn Sie zu niedrig ansetzen, verschenken Sie bares Geld.

Der Zeitaufwand für die Käuferfindung

Selbst wenn Sie die Interessenten im Hinblick auf ihre Suchkriterien und die grundsätzliche finanzielle Situation sorgfältig vorqualifizieren, fallen allein für die Besichtigungen etwa 5-10 Stunden Zeitinvest an. Aber auch allgemein müssen die Kaufinteressenten natürlich beraten, zurückgerufen und im Überblick behalten werden. Hier ist es auch wichtig nicht emotional zu werden, wenn Sie vielleicht auch selbst noch in der Immobilie wohnen und viel Liebe in Ihre Immobilie gesteckt haben. Denn es wird sicherlich auch Kaufinteressenten geben, die Ihre Immobilie schlecht reden oder den Kaufpreis nicht akzeptieren.

Unterlagen beantragen

Der nächste Punkt ist alle relevanten Unterlagen samt Energieausweis ausfindig zu machen und, meist mit Kostenaufwand, zu beantragen. Denn diese, auch beleihungsfähige Unterlagen genannten Dokumente, stellen die Basis für die Finanzierung des Käufers dar. Wenn sie nicht vollständig vorliegen, bekommt Ihr Käufer entweder nur eine sehr schlechte, oder oft sogar auch gar keine Finanzierung.

Hier ist auch wichtig zu wissen, dass viele Unterlagen, wie zum Beispiel der Grundbuchauszug, die Flurkarte, Bau- und Altlastenauszug, nicht älter als drei Monate alt sein dürfen.

Zudem sollten Sie natürlich wissen, wo Sie alle relevanten Zahlen, Daten und Fakten Ihrer Immobilie richtig und präzise ermitteln können. Denn hier bestehen auch gewisse Haftungsrisiken, wenn Sie bestimmte Zahlen und Fakten falsch kommuniziert haben sollten.

Das vollständige Exposé

Das Auge isst beim Immobilienverkauf natürlich immer mit. Daher sollten Sie natürlich auch ein Exposé mit aussagekräftiger Objekt-, Ausstattungs- und Lagebeschreibung, sowie professionellen Fotos zur Verfügung stellen.

Die strukturierte Vermarktung

Außerdem sollten Sie bereit sein, Geld in eine professionelle Vermarktung zu investieren. Das bedeutet: Ihre Immobilie soll natürlich rund um die Uhr auffindbar sein, weshalb es eigentlich unabdingbar wichtig ist, die Immobilie auf den großen Portalen zu platzieren, die in der Regel Geld kosten.

Die Finanzierung des Käufers prüfen

Ganz wichtig ist auch, die Finanzierung des Käufers richtig zu prüfen, sodass bei Kaufpreiszahlung auch nichts schiefgehen kann.

Wenn der Kaufpreis nämlich nicht gezahlt werden sollte, steht der Käufer trotzdem in der Eigentumsvormerkung und das Ganze kann nicht einfach so rückgängig gemacht werden. Auch hier sollte man natürlich wissen, wie man mit so etwas umgeht und welche Klauseln man hierfür in den Kaufvertrag einbauen sollte.

Der Umgang mit Mängeln

Ein Punkt, der natürlich auch im Kaufvertrag abgefragt wird, ist, ob an der Immobilie irgendwelche Mängel bestehen.

Hier ist es natürlich auch wichtig, im Vorfeld, gegenüber den Kaufinteressenten vernünftig zu argumentieren, sodass diese nicht abspringen.

Die rechtssichere Übergabe

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, wie Sie eine rechtssichere Übergabe nach der Kaufpreiszahlung vollziehen, ohne dass im Nachhinein noch irgendwelche Ansprüche wegen Mängeln o.ä. gestellt werden können.

Selbstverständlich ist es so, dass bei den einzelnen Arbeitsschritten auch einiges an zusätzlichem Zeitaufwand anfällt. Außerdem ist für alle Schritte natürlich auch ein gewisses Basiswissen und Grundverständnis für Immobilien nötig.

Fazit

Also in einem Punkt, denke ich, sind wir uns alle einig: Ja, man kann seine Immobilie auf eigene Faust verkaufen, wenn man über die eben genannten Fähigkeiten und Voraussetzungen verfügt.

Wenn ich beispielsweise Ahnung von Fahrrädern habe und weiß, wo ich die richtigen Ersatzteile herbekomme, dann kann ich mein Fahrrad natürlich selbst reparieren. Wenn ich aber diese Kenntnisse und/oder die Zeit und Muße dafür nicht habe, dann gebe ich mein Fahrrad natürlich in eine professionelle Fahrradwerkstatt. Und genauso ist es auch bei Immobilienmaklern.

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