ALTERSGERECHTES WOHNEN – WIE GEHT DAS?

Also: Was genau bedeutet altersgerechtes Wohnen?

Im höheren Alter fällt der Alltag den meisten Menschen zunehmend schwerer. Einige Handgriffe gehen nicht mehr so leicht von der Hand und ein paar Treppenstufen werden schnell zum unüberwindbaren Hindernis.

Da liegt es nahe in eine seniorengerechte Einrichtung zu ziehen. Doch für viele Senioren kommt der Umzug nicht infrage. Das Herz hängt an den eigenen 4 Wänden, dem bekannten Umfeld und vielleicht auch den Freunden in unmittelbarer Nähe. In diesem Fall bleibt lediglich die Möglichkeit das Zuhause altersgerecht umzubauen.

Was es hierbei genau zu beachten gilt, das beschreibe ich Ihnen in diesem Beitrag!

Machen wir uns nichts vor: Jeder erreicht irgendwann das Alter, in dem kleine Hürden immer schwerer zu überwinden sind.

Was können Sie also an Ihrem Zuhause tun, um vorzusorgen, damit Sie nicht notgedrungen umziehen müssen? Was altersgerechtes Wohnen bedeutet und wie es im Idealfall aussieht, das erzähle ich Ihnen jetzt.

Erst einmal ist es grundlegend so, dass jeder Raum eines Hauses eine bestimmte Funktion hat. Entsprechend werden in jedem Raum andere Maßnahmen erforderlich sein. Anhand unseres Rundganges durch die wichtigsten Räume zeigen wir Ihnen, wie die Wohnung oder das Haus im Alter aufgebaut sein sollte.

Eingangsbereich

Sollte der Eingangsbereich nicht ebenerdig sein, sollten Sie sichergehen, dass Sie die dort vorhandene Treppe durch eine Rampe oder einen Hub Lift ergänzen oder sogar ersetzen lassen.

Auch eine Überdachung, Beleuchtung und ein Handlauf sind sehr empfehlenswert, um dem Ausrutschen und Stolpern möglichst gut vorzubeugen.

Ein ebener Abstellort für den Rollator oder Rollstuhl sollte ebenfalls nicht fehlen. Zum einen, damit nichts wegrollt, während Sie die Tür aufschließen oder Ihren Regenschirm auspacken. Zum anderen um einen Platz zum Drehen zu haben, falls Sie etwas vergessen haben.

Zu guter Letzt sollten Sie darauf achten, die Wohnungstür mit einem Spion oder einer Gegensprechanlage mit Videofunktion auszustatten. Das hilft dabei, unerwünschten Gästen nicht die Tür zu öffnen und gibt dazu noch ein sehr beruhigendes Gefühl.

Badezimmer

Die Gestaltung eines optimierten Bades ist wohl einer der größten Herausforderungen.

Einer der wichtigsten Punkte ist hier die ebenerdige Dusche. Oder, wenn Sie nicht auf Ihre Badewanne verzichten wollen, eine Einstiegshilfe für die Badewanne.

Auch Armaturen mit Schwenkhebeln oder eine Drückergarnitur, die einfach zu bedienen sind, sollten nicht fehlen.

Haltegriffe, die Sie an der Dusche, der Wanne und dem Waschplatz benötigen, sollten Sie unbedingt von einem Fachmann befestigen lassen, um wirklich sicher zu gehen, dass sie halten. Denn wenn Sie sich auf diesen abstützen, sie abbrechen und Sie hinfallen, war alles umsonst.

Eine weitere sehr nützliche Ausstattung sind rutschhemmende Fliesen, damit Sie nicht überall Teppiche hinlegen müssen.

Und zu guter Letzt: Gehen Sie sicher, dass sich die Badezimmertür nach außen öffnen lässt und sich auch von außen entriegeln lässt. Falls Ihnen etwas zustößt, kann Sie so leichter Hilfe erreichen und die Tür versperrt nicht den Weg im engen Bad.

Küche

In der Küche gibt es eigentlich nur drei große Punkte die es zu beachten gilt.

Erstens: Achten Sie darauf, dass Ihre Arbeitsplatte unterfahrbar ist. So kommen Sie mit einem Rollstuhl oder Rollator nah genug an die Platte ran.

Zweitens sollten alle wichtigen Küchengeräte auf einer angenehmen Höhe verbaut sein. Die Spülmaschine also nicht zu niedrig, um sich nicht dauernd bücken zu müssen, und der Backofen sollte nicht zu hoch platziert sein.

Drittens sollten Sie – falls Sie auf Oberschränke nicht verzichten wollen – Oberschränke oder Apothekerschränke mit Absenkautomatik einbauen lassen, sodass Sie sie leichter erreichen können.

Grundsätzliche Aspekte

Weitere grundsätzliche Aspekte, auf die Sie im ganzen Haus achten sollten, sind:

  • Vermeiden Sie Teppiche und andere Stolperfallen
  • Versuchen Sie das Licht entweder mithilfe von Fernbedienungen steuern zu können, oder platzieren Sie die Schalter direkt an den Orten, an denen Sie das Licht oft betätigen. Zum Beispiel am Bett und neben der Tür.
  • Achten Sie bei der Auswahl des Bettes und von Sitzgelegenheiten darauf, dass sie auf einer angenehmen Höhe und nicht zu niedrig sind.
  • Gehen Sie auch sicher, dass Sie Steckdosen auf einer angenehmen Höhe haben, sodass Sie sich nicht immer bücken müssen um etwas ein- oder auszustecken.

Was beachten beim Immobilienkauf?

Das waren jetzt einige Tipps was altersgerechtes Wohnen im Idealfall bedeutet und wie es aussieht. Aber was sollten Sie am besten direkt beim Kauf Ihrer Immobilie beachten, damit Sie bereits von Anfang an, grundlegend für ein altersgerechtes Wohnen vorgesorgt haben?

Bei Wohnungen sollten Sie auf folgendes achten:

Der Eingangsbereich sollte barrierearm sein. Es sollten also keine oder nur wenige Stufen zu gehen sein, um in die Wohnung zu gelangen.

Die Wohnung sollte am besten direkt im Erdgeschoss liegen, um einen möglichst kurzen Weg zu haben. Sollte das nicht der Fall sein, achten Sie darauf, dass es einen Aufzug gibt. 

Das Badezimmer sollte genug Platz für eine ebenerdige Dusche und auch für einen Rollstuhl bieten.

Achten Sie zu guter Letzt darauf, dass die Wohnung nicht zu eng und verwinkelt ist, um sie gut mit einem Rollstuhl befahren zu können.

Bei Einfamilienhäusern solltet ihr darauf achten, dass:

  • Das Haus nicht unbedingt an einem steilen Hang liegt.
  • Das Haus überwiegend auf einer oder maximal zwei Ebenen bewohnbar wäre mit entsprechend Platz, um einen Lift einzubauen.
  • Der Grundriss sollte generell genug Platz für das Befahren mit einem Rollstuhl bieten, speziell natürlich auch das Badezimmer.
  • Und auch hier sollte im Badezimmer natürlich genug Platz für eine ebenerdige Dusche sein!

Ab welchem Zeitpunkt sollten Sie altersgerecht umbauen?

Grundsätzlich ist an dieser Stelle wohl Vorsicht besser als Nachsicht.

Wenn Sie sich ein neues Zuhause suchen, in dem Sie planen viele Jahre zu bleiben, lohnt es sich schon direkt Vorkehrungen für das Alter zu treffen. Denn man weiß nie, wann vielleicht plötzlich eine Einschränkung (wie zum Beispiel ein Schlaganfall) auftritt. Das kann zu einer enormen Herausforderung, für sowohl die betroffene Person, als auch deren Angehörige werden, wenn die Wohnung oder das Haus sehr kurzfristig vor der Rückkehr aus dem Krankenhaus umgebaut werden muss.

Daher empfehle ich Ihnen so früh wie möglich darüber nachzudenken, wie Sie im Alter wohnen wollen. 

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